Braunvieh = FIT für die Zukunft
 

Unter diesem Motto veranstalteten die NÖ. Braunviehzüchter einen Züchtertag, am 19.03.2011 im Gasthaus Kremslehner in Stephanshart.

Nach der Begrüßung des Obmannes der Rasse Braunvieh, Herrn Ök.- Rat Anton Wagner und einigen aktuellen Themen aus der Rinderzucht, die vom Geschäftsführer des NÖ. Genetik Rinderzuchtverbandes, Herrn Dr. Friedrich Führer, erläutert wurden, hielt der Zuchtleiter der Rassen Braunvieh und Holstein in der Steiermark Hans Terler einen sehr interessanten Vortrag über die aktuellen Leistungsdaten und Zukunftsvisionen der Rasse. In seinem Vortrag wies Terler darauf hin, dass wir mit unserer Rasse in Sachen Fitness sicherlich ganz vorne sind, aber in Zukunft mehr Wert auf die Milchleistung und Tiergesundheit legen sollten.

Des weiteren wurde das Thema „GENOM – Selektion“ hinsichtlich der Rasse Braunvieh genauer erläutert und es wurde dabei festgestellt, dass die frühzeitige Sicherheit einen sehr großen Vorteil mit sich bringt.
Bsp. anhand des RZW- Milch (Relativzuchtwert Milch): Die Pedigree - Methode (Mittel aus Mutter- und Vater MW) weißt eine Sicherheit von 33% auf, wobei die Sicherheit des GENOM- Zuchtwertes bereits bei 71% liegt.

Dabei wurde auch auf die Gewichtung der einzelnen Merkmale des GZW genauer eingegangen, wobei zum Beispiel die Fitness mit 47% verankert ist. Das frühzeitige Erkennen der Wichtigkeit der Fitness verschaffte der Rasse Braunvieh einen sehr weiten Vorsprung gegenüber den anderen Rassen.

Um auf die Wichtigkeit des Zuchtzieles hinzuweisen hielt die Zuchtberaterin Gerlinde Halbartschlager ein kurzes Impulsreferat zum Thema und forderte die Landwirte dazu auf, ihr Betriebsspezifisches Zuchtziel festzulegen, danach zu züchten und zu selektieren. Da die Entscheidung für die zukünftige Zucht bereits bei der Besamung festgelegt wird, wurden auch einige aktuelle Vererber wie Alibaba (President x Starbuck), Einstein (Payoff x Jordan), Politan (Poldi x Gordon), Vigor (President x Even) und Etvei (Emstar x Vinbrei) vorgestellt.

Nach diesem eher theoretischen Block erzählte Ök. Rat Anton Wagner über seine Tätigkeit bei der ZAR (Zentrale Arbeitsgemeinschaft Österreichischer Rinderzüchter) und über die Wichtigkeit des Lobbying.

Des weiteren wurden 6 Betriebe für die Haltung von 100.000 Liter Kühen mit einem Diplom von der ZAR Ausgezeichnet. Eine besondere Freude für die Landwirte ist, dass 2 dieser 6 Kühe, welche über 100.000 Liter Lebensleistung erreicht haben, noch auf den Betrieben gehalten werden und bereits wieder besamt wurden.

Ein krönender Abschluss dieses gelungenen Tages war die Besichtigung des Betriebes Johann und Josefa Zarl in Berg 28, 3300 Amstetten.

Herzlichen Dank allen Referenten und der Fam. Zarl für die freundliche Aufnahme am Betrieb.

Gerlinde Halbartschlager