TRADITION – SCHAU - SHOW IM PIELACHTAL
Der Rinderzuchtverein Pielachtal veranstaltete am 19. April in traditioneller Art und Weise eine Rinderschau - ein Züchterfest. Das Spektakel ging am großzügigen Gelände der Familie Pfeiffer in Kirchberg über die Bühne.
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Zweiter Anlauf geglückt – Absage 2025
Bereits im April 2025 war man mit allen Vorbereitungen bereits auf der Zielgeraden – Festzelt aufgestellt, Ring und Aufstallung im Freien bereit für die Tiere. Dann kam eine Woche vor Schaubeginn die Absage aufgrund der angespannten Situation rund um die Maul- und Klauenseuche.
Die Züchter aus dem Pielachtal, unter der Leitung von Obmann Karl Braunsteiner, ließen sich nicht beirren und stellten auch dieses Jahr ein großartiges Fest auf die Beine. Über 2000 Besucher und der wohlgesinnte Wettergott dankten es ihnen.
Die bunte Kuhherde der Pielachtaler Kindergärten und Volksschulen
Zur Einstimmung auf die Rinderschau wurde ein Kreativwettbewerb organisiert, der rund 1000 Kindergarten- und Volksschulkinder mit ihren Pädagoginnen und Pädagogen einlud, kleine weiße Modellkühe zu gestalten. Die 175 eingereichten Kunstwerke wurden vorab von einer Fachjury bewertet und unter tosendem Applaus bei der Rinderschau prämiert. Die Siegergruppen strahlten vor Freude, als sie die Geldgutscheine entgegennehmen durften. Zudem entwickelten sich die farbenfrohen Kühe zu einem regelrechten Blickfang und sorgten für Staunen bei den Festbesuchern.
Chronik präsentiert
Anlässlich der Rinderschau wurde eine umfassende Chronik über die Rinderzucht im Pielachtal erstellt. Federführend war der ehemalige Zuchtberater Josef Sommerauer, der zahlreiche Archive und Fotoalben durchforstete, um die Entwicklung der Rinderzucht im Tal seit ihrer Gründung im Jahr 1925 zu dokumentieren. Mit tatkräftiger Unterstützung entstand ein 100 seitiges Werk, das bei der Rinderschau mit großem Stolz präsentiert wurde.
Züchterfest für Jung und Alt
45 Jungzüchter aus dem Tal zeigten ihr Können im Umgang mit ihren Tieren. Diese regionale Schau nutzten viele Mädels und Burschen, um das erste Mal Schauluft zu schnuppern! So waren die jüngsten Teilnehmer gerade einmal drei Jahre alt. Preisrichterin Julia Sattler war sichtlich angetan von den Vorführleistungen und erklärte ihr Richtergebnis den Kids verständlich. Raffael Gansch aus Schwarzenbach war an diesem Tag nicht zu schlagen und setzte sich im End-
entscheid gegen die Geschwister Matthias und Julia Heindl aus Rabenstein durch.
Hohe Qualität von Beginn an
Über 80 Kühe in Milch wurden von den stolzen Züchtern aus dem Pielachtal dem interessierten Publikum präsentiert. Neben der Hauptrasse Fleckvieh gab es auch einige Tiere der Rassen Holstein, Jersey und Normande zu bestaunen. Bereits die ersten Jungkuhgruppen beeindruckten den bekannten Preisrichter Nikolas Sauter aus Bad Würzbach. Dieser richtete in gewohnter Manier sehr zügig und kommentierte verständlich seine Entscheidungen den Ausstellern und dem Fachpublikum.
Heimat von GS DELUXE
Einer der ersten Höhepunkte des Schautages war die Präsentation einer Nachzuchtgruppe des geprüften Vererbers GS DELUXE. Der aktuell sehr nachgefragte Besamungsstier mit einem GZW von 135 und MW von 130 hat seine Wurzeln im Pielachtal. Er wurde am Betrieb der Familie Stuphann aus Hofstetten gezüchtet. Alle fünf Nachzuchtkühe, die sich sehr milchbetont und auf guten, feinen Fundamenten zeigten, kamen aus der Region.
Das Herzstück der Nachzucht war die Mutter von GS DELUXE. Die Herzschlag-Tochter SANDRA präsentierte sich körperhaft, mit gutem Euter – trotz einer Lebensleistung von über 60.000kg Milch.
7 x 100.000kg bei einer Rinderschau
Zu einem seltenen Spektakel kam es in der Gruppe vor der Championswahl. Acht Dauerleistungskühe zogen in den Ring, sieben davon ermolken bereits über 100.000kg Milch. Selbst für den Preisrichter Sauter eine nicht alltägliche Situation, 7 x 100.000kg Kühe bei einer Schau präsentiert zubekommen.
Vielfalt der Rassen im Pielachtal
Neben den Fleckviehtieren gab es noch weitere Rassen bei der Schau zu bestaunen.
Ein Blickfang beim Publikum war das auffällig, gefärbte Normande (Rasse aus Frankreich). Das milchbetonte Doppelnutzungsrind wurde vom Betrieb Mühlbacher Josef aus Schroffengegend vorgestellt.
Ebenfalls dabei waren die schauerfahrene Anguskuh OBC Montana, die von Bichler Martin aus Tradigist aufgetrieben wurde und ihre Kollegin GBA Bridget, eine 18 Monate alte Kalbin, vorgeführt von Hollaus Günther, Frankenfels.
Rafaela PSS, eine Pustertaler Sprinzen-Kalbin von Wutzl Gerhard aus Frankenfels, rundete das Schaubild als Vertreterin einer gefährdeten Rinderrasse ab.
Besondere Kühe aus dem Pielachtal
Dazu darf sich die ebenfalls in Kirchberg ausgestellte Kuh GABRINA (V: INDOSSAR) vom Betrieb Heindl aus Rabenstein, zählen. Mit über 148.000kg Milch ist sie die aktuell lebensleistungsstärkste, noch lebende Kuh im Pielachtal.
Vier Generationen bei der Pielachtalschau – Ein Kunststück, welches es bisher wahrscheinlich selten bis gar nicht auf einer Ausstellung gegeben hat, glückte ebenfalls Fam. Heindl. Neben Stammkuh GABRINA wurden Tochter GERINA (V: GS VERSETTO), mit ebenfalls über 100.000kg Milch und Siegerin in der Gruppe Dauerleistungskühe, sowie Enkelin GRACE (V: GS HOFSTATT) und Urenkelin GLORA (V: GS SABIAN) in Kirchberg ausgestellt.
Champions beeindrucken
Am Ende des spannenden, kurzweiligen Schaunachmittages standen die Champions in den einzelnen Kategorien fest.
Um den Gesamtsieg in der Kategorie Jungkühe kam es zu einem Duell der drei Gruppensieger – der Wintertraum-Tochter ZWEIGEL vom Betrieb Pfeiffer, Kirchberg, STERZAL (V: GS ZARANGO Pp) von der Züchterfamilie Daxböck, Kirchberg und SUSI, einer HAN SOLO – Tochter vom Betrieb Pfeffer, ebenfalls aus Kirchberg. Die Entscheidung von Preisrichter Sauter fiel schlussendlich auf die Erstlingskuh STERZAL. Diese wusste mit ihrem Eutersitz und dem längeren Schenkeleuter zu überzeugen. Mit GS ZARANGO Pp, der von der Fam. Sommerauer aus Rabenstein gezüchtet wurde, siegte die Pielachtal-Genetik auch auf der väterlichen Seite. Der Reservesieg ging an SUSI von Fam. Pfeffer.
Bei der Abteilung „Kühe mit mehreren Abkalbungen“ beeindruckte die HIROTO-Tochter REDBULL ET Nikolaus Sauter mit ihrer Kompaktheit und vor allem mit ihrem langen, extrem drüsigen Euter. Die Zweitkalbskuh REDBULL ET stammt von der begeisterten Züchterfamilie Winter aus Frankenfels und setzte sich in der Endauswahl gegen LIBERA (V: GS HOFSTATT) vom Betrieb Kalteis, Kirchberg durch.
Kühe mit vier bis zehn Kälbern standen sich bei der Championswahl der Dauerleistungskühe im Ring gegenüber. Keine leichte Aufgabe für jeden Juror, aber eine Entscheidung musste fallen. Sauter entschied sich für die Viertkalbskuh BINTE PP (V: MERCEDES Pp) vom Betrieb Sommerauer aus Rabenstein. BINTE PP beeindruckte schon während der Gruppenphase den Preisrichter mit ihrer Geschlossenheit in den Körperverbindungen und ihrem harmonischen Euter. Der Reservesieg bei den Dauerleistungskühen ging ebenfalls mit HELENE (V: GS VIGOR) nach Rabenstein. Die jugendlich wirkende Dame befand sich in der fünften Laktation und wurde von Fam. Grünbichler ausgestellt.
Abschließend präsentierten sich die zehn Eutersieger der Rasse Fleckvieh im Ring. Ein beeindruckender Anblick für die Zuschauer und den Preisrichter, der nun die schwierige Challenge hatte, den Euterchampion der Pielachtalschau 2026 zu küren. An die Spitze setzte sich die GS ENJOY – Tochter MARTINA von der Züchterfamilie Heindl aus Rabenstein. Ein Euter, das keine Wünsche offen lässt - straff, hochsitzend, drüsig, korrekte Zitzen und sehr viel Länge – damit stach MARTINA ihre Konkurrentinnen aus. Den Eutergesamtreservesieg sicherte sich HELENE (V: GS VIGOR) vom Betrieb Grünbichler.
Dankbarkeit nach Kraftakt
Bei der abschließenden Verlosung bedankte sich Obmann Karl Braunsteiner bei Familie Pfeiffer, allen Züchtern, die ihre Tiere vorbereitet und präsentiert haben,den unzähligen, freiwilligen Helfern aus den diversen Organisationen, den Sponsoren und natürlich beim Wettergott, der größere Regenmengen ausbleiben ließ.
Kurz gesagt – HERZLICHEN DANK an alle, die zum Gelingen des Züchterfestes beigetragen haben!
Christine Brunner, Stefan Mitterböck










