Zwei Klassensiege, der Reservesieg im Jungkuhchampionat und Platz zwei im Länderbewerb: Mit fünf Fleckviehkühen aus dem Zuchtgebiet der NÖ Genetik präsentierte sich Rinderzucht Austria erfolgreich auf internationaler Bühne. Auch österreichische Genetik in französischen Spitzenkühen sorgte für Aufmerksamkeit.
Bei der Sommet de l’Élevage 2026, die von 6. bis 9. Oktober in Clermont-Ferrand stattfand, war Rinderzucht Austria mit fünf österreichischen Fleckviehkühen vertreten. Die Tiere stammten aus vier Betrieben im Zuchtgebiet der NÖ Genetik und stellten sich im Schauring dem internationalen Vergleich.
Die Sommet de l’Élevage zählt zu den bedeutendsten Fachmessen für Tierzucht und Landwirtschaft in Europa. Besonders beeindruckend sind die enorme Zahl ausgestellter Rinder und die Vielfalt der vertretenen Milch- und Fleischrassen. Mit rund 2.000 Ausstellungstieren aus insgesamt 70 Rinder-, Schaf-, Ziegen- und Pferderassen bietet die Messe einen außergewöhnlichen Einblick in die internationale Tierzucht. Auch das Publikum ist international: Der Veranstalter nennt rund 6.000 internationale Fachbesucher aus über 100 Ländern. Damit ist die Messe ein wichtiger Treffpunkt für Züchter, Zuchtorganisationen und Handelspartner aus aller Welt und eine hervorragende Gelegenheit, österreichische Zuchttiere und Genetik einem internationalen Fachpublikum zu präsentieren.
Mit HELSA (GS HASHBEST × SPARTACUS) vom Milchhof Steiner, GETTY (HAN SOLO × RIAZA) vom Betrieb Alfred Eichinger, MONCA (GS EMINENT × GS WIZZARD) vom Betrieb Paul Dobesberger sowie MELLI (WINTERTRAUM × RETRO) von Susanne und Karl Dorner nahmen vier Erstlingskühe an der Messe teil. Komplettiert wurde die österreichische Kollektion durch ULLI, ebenfalls eine WINTERTRAUM-Tochter vom Betrieb Dorner, in der zweiten Laktation.
Bereits in der Klasse 1A gelang ein österreichischer Doppelerfolg: HELSA sicherte sich den Gruppensieg vor GETTY auf Rang zwei. Damit setzten die beiden Erstlingskühe gleich zu Beginn ein starkes Zeichen für die Qualität der heimischen Fleckviehzucht. HELSA überzeugte mit ihrem Körperbau, ihrer Gesamterscheinung und einem langen Euter. Dahinter präsentierte sich die sehr harmonische HAN SOLO-Tochter GETTY, die das Vererbungsbild ihres Vaters deutlich widerspiegelte.
Auch MELLI überzeugte im Bewerb. In der Klasse 1C belegte sie hinter UTOPIE (MERTEN × ORACLE) von Pierre Salelles den zweiten Platz. Diese Reihung wiederholte sich im anschließenden Jungkuhchampionat, dem „Championnat Espoir“: MELLI wurde hinter UTOPIE zur Reservesiegerin gekürt und holte damit den Reservechampiontitel der Jungkühe nach Österreich. Sie punktete mit einem hoch angesetzten, langen Euterkörper, ideal gewinkelten Fundamenten und einem sehr harmonischen Körperbau.
Bei den Kühen mit zwei Abkalbungen setzte ULLI die Erfolgsserie fort. Sie gewann die Klasse 2A vor TALASSO (MAGIER × WALOT) von GAEC Fabie und zog in die abschließende Championwahl der mittleren Kuhklassen ein. ULLI beeindruckte mit ihrer Fundamentqualität, einem langen Euterkörper mit starkem Zentralband und einem harmonischen Körperbau.
Im anschließenden Finale der mittleren Kuhklassen ging der Sieg an TINETTE (MAGIER × LIEGEOIS) vom bekannten französischen Zuchtbetrieb GAEC du Giroux, der in der Vergangenheit bereits mehrere Rinder aus Österreich importiert hatte. Die beeindruckende MAGIER-Tochter überzeugte mit einem hervorragenden Euterkörper, insbesondere einem ausgeprägten Schenkeleuter, einer idealen Strichplatzierung vorne sowie viel Breite im Körperbau. Neben dem Championtitel sicherte sie sich auch die Auszeichnung für das beste Euter ihrer Alterskategorie. Reservesiegerin wurde SAVANE (NOUNOURS × HARIBO) von GAEC La Lechère.
Bei der Championwahl der Altkühe standen ausschließlich französische Kühe im Ring. Dennoch war auch hier österreichische Genetik an der Spitze vertreten: Mit NATALIA (GS RAU × TIMO) von GAEC du Giroux und PRUNELLE (GS RAU × ROMARIO) von Pierre Salelles belegten zwei Töchter des österreichischen Vererbers GS RAU die ersten beiden Plätze. Die Kühe mit mehr als sechs Abkalbungen beeindruckten durch einen nach wie vor hoch getragenen Euterboden, ausgeprägte Drüsigkeit und viel Körpertiefe. Sie zeigten eindrucksvoll, wie sich Euterqualität und körperliche Substanz über viele Laktationen erhalten können.
Den Abschluss bildete der Länderbewerb, bei dem Frankreich, Deutschland und Österreich mit jeweils drei Kühen antraten. Die französische Kollektion setzte sich aufgrund ihres harmonischeren Gesamtbildes durch. Die österreichische Gruppe präsentierte sich auf hohem Niveau und erhielt viel Lob von den französischen Züchtern.
Mit diesem erfolgreichen Auftritt machte Rinderzucht Austria die Leistungsfähigkeit der heimischen Fleckviehzucht international sichtbar. Ein besonderer Dank gilt den ausstellenden Betrieben sowie allen Beteiligten, die mit der Vorbereitung, Betreuung und Präsentation der Tiere zu diesem Erfolg beigetragen haben.







